Müller: Effizienzsteigerung in Biogasanlagen ist eine große Chance für die bäuerliche Landwirtschaft!
FREIE WÄHLER veranstalteten Parlamentarischen Abend zur Stärkung regenerativer Energieträger in der Landwirtschaft
13.09.2011
München (do). Die FREIEN WÄHLER haben am Dienstag zum Parlamentarischen Abend „Effizienzsteigerung in Biogasanlagen“ eingeladen. Ulrike Müller, MdL und agrarpolitische Sprecherin der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion, begrüßte vor 100 interessierten Gästen im Steinernen Saal des Bayerischen Landtags auch die Abgeordneten Tanja Schweiger (Pettendorf bei Regensburg), Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter Bauer (Ansbach), Dr. Hans Jürgen Fahn (Erlenbach am Main), Thorsten Glauber (Forchheim) und Dr. Leopold Herz (Wertach). Müller erklärte in ihrem Grußwort, Erneuerbare Energien würden derzeit in der Öffentlichkeit breit diskutiert. „Neben Photovoltaik und Wasserkraft wird zwar auch viel ‚Wind‘ um die Windkraft gemacht – dabei ist gerade der regenerative Energieträger Biogas von größter Bedeutung, wenn wir die Energiewende erfolgreich bestehen wollen.“ Müller erklärte weiter, nach dem Beschluss der Bundesregierung zum Ausstieg aus der Atomenergie müssten bereits bis zum Jahr 2020 35 Prozent des Gesamtstromverbrauchs durch Erneuerbare Energien ersetzt werden, heute seien das erst 17 Prozent. Bayern müsse durch das Abschalten von fünf Atomkraftwerken bis 2022 rund 48 Terawattstunden (TWh) und damit 60 Prozent seines Strombedarfs durch Erneuerbare Energien ersetzen. „Das ist eine gewaltige Dimension und kann durch Windkraft, Photovoltaik und Wasserkraft nicht annähernd abgedeckt werden – deswegen brauchen wir eine effiziente Produktion von Biogas.“
Norbert Bleisteiner, Leiter der Landwirtschaftsschule Triesdorf, warnte in seinem Eingangsreferat vor der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im kommenden Jahr: „In fast allen Bereichen – mit Ausnahme der Offshore-Windparks – wird es ab 2012 mit dem EEG schwieriger; die dezentrale Energieversorgung wird dann überhaupt nicht mehr gefördert. Positiv an der Neufassung finde ich, dass die Überhitzung des Pachtmarktes durch das alte EEG beendet und der Zubau von Biogasanlagen in viehintensiven Regionen nicht länger blind gefördert wird.“
Ende des Jahres 2010 habe es bereits 5.900 Biogasanlagen mit einer Leistung von 14,8 MWh in Deutschland gegeben, so die Analyse des zweiten Referenten des Abends, Dr. Claudius da Costa Gomez, Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas e.V.: „Das ist genug Strom für fünf Millionen Haushalte in Deutschland und eine große Erfolgsstory. Ende dieses Jahres werden bereits 7.000 Anlagen mit einer Energieausbeute von rund 17,8 MWh in Betrieb sein; damit verbunden sind wiederum 45.000 zukunftssichere Arbeitsplätze. Gerade wenn die Agrarpreise fallen, haben Landwirte mit Biogasanlagen Aussicht auf eine Erfolg versprechende Alternative. Leider muss ich meinem Vorredner zustimmen, denn das novellierte EEG ist nichts anderes als eine Mogelpackung.“
Dr. Jürgen Beck, Fachbereichsleiter des Forschungszentrums für Erneuerbare Energien (f10) in Neuburg/Donau, hob hervor, dass Bayern im Vergleich der Bundesländer bei der Biogasproduktion mit großem Abstand vorne liege. „Der Freistaat muss seine Spitzenposition unbedingt weiter ausbauen und Hindernisse beseitigen – vor allem das schlechte Image dieses Energieträgers – denn Biogas stinkt regelrecht ‚zum Himmel‘ und ist zudem mit einer hohen Lärmbelastung verbunden. Andererseits machen neue Techniken Biogasanlagen zum ‚Allrounder‘ bei Speicherfähigkeit sowie Mittel- und Spitzenlastfähigkeit. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen sind die Substratpreise. Daher gilt: Eine hohe Effizienz der Anlagen ist unerlässlich, wenn wir einem weiteren Anstieg der Substratpreise entgegenwirken wollen.“
Zum Abschluss der lebhaften Diskussion mit den geladenen Gästen erklärte Dr. Leopold Herz, forstpolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion: „Wir FREIE WÄHLER haben uns lange vor der Atomkatastrophe in Fukushima für Erneuerbare Energien stark gemacht. In mehr als 50 bayerischen Landkreisen haben wir mit der Regionalen Energieoffensive ein Modell der Energiegewinnung vorgestellt, das Kommunen und Bürger zu den Hauptprofiteuren der Energieproduktion macht. Und wir haben heute Abend erfahren, dass Biogas eine große Aussicht auf gesamtgesellschaftliche Akzeptanz hat. Die Produktion von Biogas ist daher eine große Chance für den langfristigen Erhalt und Ausbau der bäuerlichen Landwirtschaft in Bayern. Dafür wird die Fraktion der FREIEN WÄHLER im Bayerischen Landtag auch weiterhin engagiert streiten!“
Weitere Informationen:
>> Präsentation Norbert Bleisteiner: "EEG Novellierung - Schwierigkeiten der Beratungsleistung"
>> Präsentation Dr. Claudius da Costa Gomez: "Perspektiven für Biogasanlagen"








