FREIE WÄHLER luden zur Podiumsdiskussion in den Bayerischen Landtag

Podiumsdiskussion zur Zukunft der Hochschule
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin (Staatsminister a.D., Professor für Philosophie), Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Maier (Staatsminister a.D., Professor für Politikwissenschaften), Prof. Dr. Michael Piazolo (MdL und hochschulpolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion), Prof. Dr. Ursula Münch (Politologin, Direktorin der Akademie für Politische Bildung, Tutzing) und Michi Kern (Münchner Gastronom und Student)

Piazolo: Ungehinderter Zugang zu Bildung wichtiger denn je

München (do). Die FREIEN WÄHLER haben am Donnerstagabend zur Podiumsdiskussion mit dem Thema „Die Zukunft der Hochschulen – Zwischen Markt und Elfenbeinturm?“ in den Bayerischen Landtag eingeladen. Prof. Dr. Michael Piazolo, MdL und hochschulpolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion, begrüßte neben seinem Fraktionskollegen Alexander Muthmann mehr als 200 interessierte Gäste und hochkarätige Referenten, darunter die ehemaligen Staatsminister Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Maier.

In seinem Eröffnungsstatement warf Piazolo die Frage auf, ob es angesichts von derzeit rund 2.000 verschiedenen Studiengänge in Bayern Ziel sein könne, noch mehr Hochschulen und Studiengänge zu schaffen. Prof. Dr. Nida-Rümelin äußerte dazu, es werde keine neue Gründungsphase geben und damit auch keine neuen Hochschuleinrichtungen als strukturpolitische Maßnahme für den ländlichen Raum. Das Angebot an unterschiedlichen Studiengängen genüge vollauf. Prof. Dr. Maier stellte hierzu fest, es habe erst ab Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts eine ‚Bildungsinvasion‘ mit jeweils bis zu rund 30 Prozent Studentenanteil pro Jahrgang gegeben – zuvor seien es jahrhundertelang gerade einmal drei bis vier Prozent gewesen. „Das ist auch wichtig, denn die Menschen benötigen zur Bewältigung der heutigen Herausforderungen einen viel breiteren Zugang zu hochwertiger Bildung als das früher der Fall war.“ Die Politologin und neue Direktorin de r Akademie für Politische Bildung in Tutzing, Prof. Dr. Ursula Münch, forderte, nicht nur auf die blanken Studentenzahlen zu blicken, „sondern auch auf die Studierfähigkeit der Menschen“, die von den Markterfordernissen nicht steuerbar sei. Umgekehrt müsse man die Schlussfolgerung ziehen, dass sich die Universitäten ebenso wie die Schulen zu ihrem Nachteil veränderten, indem sie ihre Anforderungen teils deutlich zurückschraubten. Dies könne aber nicht das Ziel sein; die Universitäten benötigten nicht nur gute Lehrende, sondern auch gute Forschende, um den Wissenschaftsstandort Bayern voranzubringen.

Piazolo forderte die Bayerische Staatsregierung abschließend auf, Konzepte vorzulegen, wie sich die bayerische Hochschullandschaft in den nächsten zehn Jahren wieder positiver entwickeln kann. Professoren und Studierende benötigten dringend mehr Planungssicherheit.