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Expertenanhörung Jugend und Alkohol
Videobericht
Bericht zur Expertenanhörung der Freien Wähler Landtagsfraktion "Jugend und Alkohol: Was können wir tun? Was müssen wir tun?"
Freie Wähler setzen Suchtproblematik auf Tagesordnung des Landtags
Zum Thema Alkoholexzesse bei Jugendlichen hat die Landtagsfraktion der Freien Wähler zahlreiche Experten zu einer Anhörung ins Maximilianeum eingeladen. Hans Jürgen Fahn, MdL (Erlenbach), umriss zu Beginn das Ausmaß der Problematik: So hätten 800 000 der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland mindestens einmal pro Monat einen Rausch. Die Zahl der so genannten Komatrinker sei im Vergleich zu 2001 um die Hälfte gestiegen. Fahn betonte, dass es Defizite in der bayerischen Suchtberatung gebe und verwies auf einen Antrag der Freien Wähler, im Haushalt mehr Geld für Vorbeugung und Drogentherapie bereit zu stellen.
Die Auswertungsergebnisse einer Fragebogenaktion im Landkreis Forchheim stellte Thorsten Glauber, MdL (Pinzberg) und jugendpolitischer Fraktionssprecher, vor. Von den 993 Jugendlichen zwischen 11 und 19 Jahren würden 55 Prozent Alkohol trinken. 40 Prozent hätten einen Erstkontakt mit Hochprozentigem auf Familienfeiern angegeben. Spaß und Genuss seien die Hauptmotive für Alkoholkonsum. 5,3 Prozent würden wöchentlich mehr als 50 Euro Bier, Wein & Co. ausgeben. Rund 41 Prozent wollen durch Alkoholgenuss lockerer sein, so Glauber weiter. Zirka 8 Prozent der männlichen Gymnasiasten sei schon einmal wegen Alkoholmissbrauch im Krankenhaus behandelt worden.
Das aktuell bei Jugendlichen vorherrschende Trinkmuster des episodenhaften Rauschtrinkens sei für die kognitive Leistungsfähigkeit besonders schädlich, sagte Marco Stürmer von der Bayerischen Akademie für Suchtfragen. Gerald Bell vom Kreisjugendamt Aichach-Friedberg stellte das Präventionsprojekt „Klik“ (Klar im Kopf) vor, das seit 2005 besteht und bereits von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung prämiert wurde. Das Konzept, das in den siebten bis neunten Klassen durchgeführt wird, beruhe auf vier tragenden Säulen: Lehrern, Schülern, Eltern und Referenten. Prof. Dr. Johannes Gostomzyk von der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V. forderte ein umfassendes Maßnahmenkonzept zur Förderung eines verantwortungsvollen Alkoholkonsums. Um Jugendliche zu erreichen, die Alkohol intensiv konsumieren, seien Zielgruppen orientierte Informations- und Aufklärungsprogramme erforderlich.


















