Gespräch mit Verband der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen e.V.

v.l.n.r.: MdL Bernhard Pohl, MdL Dr. Leopold Herz, MdL Claudia Jung, MdL Hubert Aiwanger, Jochen Winning (Verbandsgeschäftsführer Holzverband)

München (do) Die Freie Wähler Landtagsfraktion hat sich im Bayerischen Landtag mit Vertretern des Verbands der Holzwirtschaft und Kunststoffverarbeitung Bayern/Thüringen zu einem Fachgespräch getroffen. Beherrschendes Thema war der zwischen den Bayerischen Staatsforsten sowie der Klausner Holz Bayern (KHB) in Landsberg existierende Holzlieferungsvertrag, der nach Auffassung zahlreicher kleiner und mittelständischer Sägewerksbetriebe im Freistaat für sie zu einer Existenzbedrohung geworden ist.

Der Vorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, sowie die Abgeordneten Bernhard Pohl, Dr. Leopold Herz und Claudia Jung besprachen mit Verbandsgeschäftsführer Winning, welche wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen aus dem Vertragswerk der ehemaligen KHB gezogen werden müssen, die erst vor kurzem durch den russischen Großinvestor Ilim Timber übernommen worden war.

900.000 Festmeter Holz liefern die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) jährlich an die Sägewerke von Ilim Timber in Bayern und Thüringen. Diese Menge entspricht, bereinigt nach Sortiment, etwa 30% des jährlichen Einschlags bei den Staatsforsten!

„Wir müssen weiter verstärkt darauf drängen, aus diesem Vertrag herauszukommen“, so Hubert Aiwanger. „Knebelverträge wie mit Klausner führen zu massiven Wettbewerbsverzerrungen“, ergänzte Dr. Leopold Herz. Aus diesem Grund klagt das mittelständische Sägeunternehmen Pröbstl, zusammen mit dem Dachverband der Sägeindustrie in Deutschland und dem Dachverband der Österreichischen Sägeindustrie, wegen unzulässiger Subventionen in Brüssel. „Hier wurde einem gesättigten Markt ein Monopolist vor die Nase gesetzt“, führte Winning aus. Es herrschte Übereinstimmung darüber, dass eine Weiterführung des Vertrags den mittelständischen und kleinen Betrieben in Bayern erheblichen Schaden zufüge, da diese sich die steigenden Preise auf dem Holzmarkt in Zukunft nicht mehr leisten könnten.