Aiwanger: Die Ruhe vor dem Sturm unter den Augen der Quadriga

v.l.n.r.: Markus Reichhart (MdL, Wahlmann), Alexander Muthmann (MdL, Wahlmann), Claudia Jung (MdL, Wahlfrau), Bernhard Pohl (MdL, Wahlmann), Manuela von Podewils (Wahlfrau), Peter Meyer (MdL, Landtagsvizepräsident), Klaus Förster (Wahlmann), Tanja Schweiger (MdL), HUbert AIwanger (MdL, Wahlmann), Thorsten Glauber (MdL, Wahlmann), Edgar Klüpfel (Wahlmann); Foto:al

Die Landtagsfraktion der Freien Wähler und ihre zehn Wahlfrauen und ‑männer für die Bundesversammlung am 30. Juni haben sich am Abend mit dem Berliner Landesverband der Freien Wähler zu einem Gedankenaustausch getroffen. Hubert Aiwanger, Vorsitzender der Freien Wähler Bayern, sagte, der harmonische Abend sei „die Ruhe vor dem Sturm“ gewesen. „Wir haben uns die möglichen Szenarien für den Verlauf der morgigen Bundesversammlung noch einmal durch den Kopf gehen lassen und kommen dabei zu verschiedenen Einschätzungen. Vorherrschend ist die Überzeugung, dass der Kandidat von Union und FDP, Christian Wulff, vermutlich bereits im ersten Wahlgang zum Bundespräsidenten gewählt werden könnte.

Fraktionsvorsitzender Hubert Aiwanger im Gespräch mit Dr. Christian Schmidt (stellv. Bundesvorsitzender und Landesgeschäftsführer der Freien Wähler Berlin) und Leopold Haenel (stellv. Landesvorsitzender der Freien Wähler Berlin); Foto:al

Dr. Christian Schmidt, stellvertretender Bundesvorsitzender und Landesgeschäfts­führer der Freien Wähler Berlin, freut sich über die neu geknüpften Kontakte: „Für uns sind neue Impulse aus erfolgreichen anderen Landesverbänden sehr wichtig – wie zum Beispiel von den Freien Wählern Bayern, die es bereits in den Landtag geschafft haben. Wir haben erkannt, dass es dazu eines langen Atems bedarf und dass wir unsere sach- und bürgerorientierte Politik in Berlin nicht nur auf Landesebene, sondern vor allem in die Bezirke bringen müssen. Denn die eigentliche Rückkopplung kommt immer vom Wähler vor Ort – in Berlin genau so wie in Bayern. Nur auf diese Weise werden wir langfristig erfolgreich sein.“

Leopold Haenel, stellvertretender Landesvorsitzender der Freien Wähler Berlin, stellt fest, dass die etablierten Parteien derzeit einen enormen Vertrauensverlust erlitten: „Auch die diesjährige Bundesversammlung verstärkt diese Enttäuschung, weil sich Schwarz-Gelb völlig ohne Not einseitig auf den in der Bevölkerung gegenüber Joachim Gauck eher unpopulären Kandidaten Christian Wulff festgelegt hat. Die Freien Wähler stehen dagegen mit ihrem Politikmodell vor der großen Chance, viele Nichtwähler zurück an die Wahlurne, und damit auch zurück in den politischen Willensbildungsprozess zu holen.“