Freie Wähler beginnen Frühjahrsklausurtagung in Oberfranken

Landrat Dr. Karl Döhler bei seinem Grußwort an die Fraktion; Foto:al

Aiwanger: Strukturschwachem Ländlichen Raum echte Perspektiven anbieten

In Bad Alexandersbad hat am Samstagvormittag die Frühjahrsklausurtagung der Freie Wähler Landtagsfraktion begonnen. Landes- und Fraktionsvorsitzender Hubert Aiwanger wies in einem kurzen Statement auf die wachsenden Schwierigkeiten des strukturschwachen Ländlichen Raumes hin. Im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge betreffe dies vor allem die Überalterung der ortsansässigen Bevölkerung und eine mit 8,2 Prozent vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit.

Aiwanger betonte, die Freie Wähler Landtagsfraktion habe sich bewusst für Oberfranken als Tagungsort entschieden, um ihr Engagement für den Ländlichen Raum erneut zu unterstreichen: „Wir müssen den Menschen eine echte Perspektive bieten, bevor sie gezwungen sind, in die Metropolregionen abzuwandern. Vor allem die Ansiedlungen von Forschungszentren und die Erhöhung der regionalen Wirtschaftsförderung könnte die nötige Initialzündung auslösen. Perspektive statt Depression ist angesagt! Oberfranken darf nicht weiter ausbluten.“

Landrat Dr. Karl Döhler (CSU), erläuterte den Abgeordneten zwei Kernprobleme: Die Globalisierung habe der heimischen Textil- und Porzellanindustrie rund 30.000 Arbeitsplätze gekostet. Außerdem kämpfe man seit der Grenzöffnung mit einem erheblichen Förder-, Lohn- und Steuergefälle zur Tschechischen Republik. Dennoch, so Döhler, böten sich dem Landkreis wegen seiner verkehrstechnisch günstigen Lage in Europa durchaus Perspektiven. Als Voraussetzung dafür nannte er die Elektrifizierung der Bahnlinie Nürnberg – Bayreuth – Marktredwitz. „So wäre eine leistungsfähige Bahnanbindung bis nach Prag und weiter in den mittel-osteuropäischen Raum gesichert“, so Döhler weiter.

Dr. Hans F. Trunzer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth, betonte die Potenziale der Region. So habe Oberfranken noch immer die zweitgrößte Industriedichte innerhalb der Europäischen Union und sei u.a. Zentrum der deutschen Porzellan- und Polstermöbelindustrie. Trunzer forderte eine systematische Qualifizierung von Fachkräften für den Arbeitsmarkt, den Ausbau der Wissensinfrastruktur sowie eine Kooperation und bessere Vernetzung von Unternehmen und Institutionen in Oberfranken.

Bildergalerie: Die Landtagsfraktion auf Klausur in Oberfranken

Klausureröffnung durch den Fraktionsvorsitzenden Hubert Aiwanger. Weitere Personen (v.l.n.r.): Dr. Hans F. Trunzer (Hauptgeschäftsführer IHK Oberfranken Bayreuth), Dr. Karl Döhler (Landrat Wunsiedel), Peter Meyer (MdL, Stimmkreisbetreuer Oberfranken); Foto:al
Dr. Hans F. Trunzer (IHK Oberfranken) zu den Zahlen, Daten und Fakten für den Wirtschaftsraum Oberfranken; Foto: al
Dr. Klaus von Stetten (Bildmitte) erläuterte den Abgeordneten vor Ort die Infrastruktur-Problematik in Oberfranken; Foto:al
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Die Landtagsfraktion zu Gast bei Bürgermeister Bernd Hofmann in Thiersheim; Foto:al
v.l.n.r.: Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter Bauer, Joachim Hanisch, Peter Meyer, Hubert Aiwanger, Bernd Hofmann; Foto:al
Eintrag ins Goldene Buch des Marktes Thiersheim; Foto:al
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Den Abschluss des Tages bildete ein Abendessen mit anschließender Diskussion. Hier: Ulrike Müller...
Hubert Aiwanger...
Alexander Muthmann...
Joachim Hanisch...
Manfred Pointner...
Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter Bauer...
und Peter Meyer; Foto:al
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Klaus Peter Söllner (Landrat Kulmbach) bei seinem Referat über die Genussregion Oberfranken; Foto:al
Peter Meyer dankte Peter Berek (1. Bürgermeister Bad Alexandersbad) und Karl Willi Beck (1. Bürgermeister Wunsiedel) für ihre Präsentation über die demografische Entwicklung in Wunsiedel; Foto:al
Die Landtagsfraktion dankte der Staatssekretärin Melanie Huml für ihren Vortrag über das Forum "Oberfranken Offensiv - Zukunft Oberfranken e.V"; Foto:al
Prof. Dr. Manfred Miosga, Universität Bayreuth; Foto:al
Prof. Fritz Auweck, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf; Foto:al
Ministerialrätin Hildegard Zeck bei ihrem Referat "Ländliche Räume in der Landes- und Regionalplanung Niedersachsens"; Foto:al