Freie Wähler mehrheitlich weiter von Gauck überzeugt

- v.l.n.r.: Dr. Peter Bauer (MdL, Wahlmann), Cordula Breitenfellner (Bundesgeschäftsführerin), Alexander Muthmann (MdL, Wahlmann), Jürgen Dörfler (FW Nürnberg), Christian Wulff (Kandidat für das Bundespräsidentenamt), Bernhard Pohl (MdL, Wahlmann), Hubert Aiwanger (MdL, Wahlmann), Tanja Schweiger (MdL), Claudia Jung (MdL, Wahlfrau), Klaus Förster (Wahlmann), Peter Meyer (Landtagsvizepräsident), Manuela von Podewils (Wahlfrau), Thorsten Glauber (Wahlmann), Edgar Klüpfel (Wahlmann), Markus Reichhart (MdL); Foto:al
Die Freien Wähler und ihre zehn Wahlleute für die Bundesversammlung haben sich am Samstag in Nürnberg mit dem Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff, getroffen. Bei dem Meinungsaustausch wurden Themenfelder wie die nötigen Reformen der Sozialversicherungssysteme, der Einsatz der Grünen Gentechnik, die Schieflage der kommunalen Finanzen, die Regulierung der internationalen Finanzmärkte, eine Direktwahl des Bundespräsidenten durch das Volk sowie das Selbstverständnis Wulffs als möglichem künftigen Bundespräsidenten thematisiert.
Hubert Aiwanger, Vorsitzender der Freien Wähler, lobte das offene und detaillierte Gespräch. Erfreut zeigten sich die Freien Wähler über die Einschätzung Wulffs, mit den Freien Wählern kompetente und sachorientierte Gesprächspartner getroffen zu haben, welche sich in der Kommunalpolitik bundesweit einen Namen gemacht hätten und mit pragmatischen Politikansätzen aufwarteten. Das Funktionieren der Gesellschaft könne nur dann gewährleistet bleiben, wenn die Bürger sich für das Gemeinwohl einsetzten und die kommunale Ebene genügend Freiraum habe, so die Freien Wähler und Wulff übereinstimmend. Wulff habe außerdem als niedersächsischer Ministerpräsident politische Punkte bereits umgesetzt, für welche die Freien Wähler in Bayern bisher bei der Staatsregierung noch keine Zustimmung gefunden hätten, wie z.B. die Einführung eines kostenfreien Kindergartenjahres sowie eines Freiwilligen Politischen Jahres.
Im Gegensatz zu Herrn Gauck hat Hubert Aiwanger beim Kandidaten Wulff jedoch Zweifel, „ob Herr Wulff es schafft, sich aus dem schwarz-gelben Kielwasser der Parteipolitik freizuschwimmen, da er ja mit Anfang 50 noch nicht am Ende seiner politischen Karriere steht und er es sich aufgrund dessen nicht leisten kann, Leute zu verprellen, die er morgen möglicherweise noch braucht. Andererseits begrüßen wir seine politische Erfahrung als Ministerpräsident, die es ihm ermöglicht, politische Zusammenhänge richtig einzuschätzen und das Machbare vom Wünschenswerten zu trennen. Wir trauen es Herrn Wulff durchaus zu, aufgrund seiner politischen Erfahrung und Netzwerke, koordinierend und moderierend die Tagespolitik in ausgleichender Form zu begleiten und Problemthemen wie die Finanzkrise im Rahmen der politischen Möglichkeiten eines Bundespräsidenten erfolgreich zu bearbeiten.“
In der direkten Gegenüberstellung der beiden Kandidaten haben die Wahlleute nun die Entscheidung zu treffen zwischen einem jüngeren, gut vernetzten, aber parteipolitisch eingebundenen Politiker und einem gesetzteren, politisch unabhängigen und aus der Bürgerbewegung erwachsenen Mann. Aiwanger: „Gauck ist für mich der profiliertere und unabhängigere Kandidat für dieses Amt. Wir geben unseren zehn Wahlleuten aber keine Entscheidungslinie vor - jeder soll sich nach bestem Wissen und Gewissen selbst entscheiden.








