Freie Wähler am Tag der Offenen Tür im Bayerischen Landtag

Glücklich, wer Platz fand
v.l.n.r.: Wolfgang Grupp, Ralf Exel, Hubert Aiwanger
Unternehmer Wolfgang Grupp
Per Wortmeldung, aber auch über Internet konnte man mitdiskutieren
Der Humor blieb trotz des ernsten Themas nicht auf der Strecke

Diskussionsveranstaltung mit Fraktionschef Hubert Aiwanger und dem Unternehmer Wolfgang Grupp

Aiwanger: Managerhaftung einführen!

München (do). Die Freie Wähler Landtagsfraktion hat beim Tag der Offenen Tür im Bayerischen Landtag mit ihrer Podiumsdiskussion zum Thema „Wirtschaft mit Ver­antwortung – oder geht’s nur ums Geld?“ großes Publikumsinteresse auf sich gezogen. Vor mehr als 100 interessierten Bürgerinnen und Bürgern diskutierte Fraktionschef Hubert Aiwanger mit dem prominenten Unternehmer Wolfgang Grupp („Trigema“) über einen Weg zu mehr unternehmerisch-ethischem Handeln.

Aiwanger sagte, viele Menschen lehnten das „Zockertum in Teilen der Finanzwirt­schaft“ ab und forderten die Bankenelite auf, sich nicht länger von der Realwirtschaft abzukoppeln. „Die Politik muss deshalb eine effektive Managerhaftung einführen! Es darf nicht sein, dass in den Führungsgremien von Unternehmen Manager sitzen, die den Karren vor die Wand fahren, zum Dank noch eine Millionenabfindung erhalten – und 14 Tage später steht die selbe Person in neuem Anzug einem anderen Unternehmen vor. Ich bin mir sicher: Hätte es im Jahr 2007 beim Kauf des maroden Kärntner Finanzinstituts Hypo Group Alpe Adria durch die Bayerische Landesbank bereits eine Managerhaftung gegeben, müsste jetzt der baye­rische Steuerzahler nicht für gröbste Fehler gut verdienender Vorstände und Verwaltungs­räte mit 3,75 Milliarden Euro gerade­stehen.“ Die Freien Wähler hatten die Staatsregierung zu einem Gesetzesvorstoß mit dem Ziel einer verschuldensunabhängigen Managerhaftung aufgefordert, was aber von den anderen vier Landtagsfraktionen abgelehnt wurde.

Diskussionspartner Grupp forderte mehr Miteinander, Innovation und Erfindergeist. „Billig produzieren können andere besser. Europa muss dagegen auf Nachhaltigkeit, auf Spitzen­produkte setzen, denn nur so können wir Arbeitsplätze bewahren und neue schaffen. Das wiederum ist die Voraussetzung dafür, dass unsere Mitarbeiter von ihrem Lohn auch leben können. Unseren Unternehmen empfehle ich, junge Menschen verstärkt selber auszubilden, denn nur so kann die hohe Qualität ihrer Mitarbeiter auf Dauer gewährleistet werden.“

Aiwanger forderte weiter, die Regionen in Bayern zu stärken, indem auf „größenwahnsinnige Projekte wie eine dritte Startbahn am Flughafen München sowie den geplanten Donauausbau verzichtet wird.“ Die Menschen wollten ihre Wirtschaft wieder verstehen können, wünschten mehr Übersicht­lichkeit und mehr Wertschöpfung vor Ort. „Deshalb setzen die Freien Wähler mit ihrer regionalen Energieoffensive auf eine massive Förderung erneuerbarer Energien in den Kommunen. Eine dezentrale Energieversorgung wäre zugleich ein Ausweg aus der Abhängigkeit von den Energiemonopolisten.“

Weitere Eindrücke

Die Fraktion informierte an zwei Ständen über die Schwerpunkte Bildung und Energie
Auch per Video konnte man sich über die Arbeit der Fraktion informieren
MdL Florian Streibl
MdL Florian Streibl
MdL Florian Streibl
MdL Prof. Dr. Michael Piazolo
Landtagsvizepräsident Peter Meyer
MdL Florian Streibl
Fraktionsreferent Gottfried Obermair, MdL Peter Meyer
MdL Eva Gottstein, MdL Tanja Schweiger
MdL Eva Gottstein
MdL Ulrike Müller
MdL Hubert Aiwanger
MdL Hubert Aiwanger
MdL Prof. Dr. Michael Piazolo
MdL Dr. Hans Jürgen Fahn
MdL Eva Gottstein
MdL Dr. Hans Jürgen Fahn
MdL Dr. Leopold Herz
MdL Manfred Pointner
MdL Bernhard Pohl
MdL Bernhard Pohl, MdL Eva Gottstein