Freie Wähler drängen auf volle Ausgleichszahlungen für Biberschäden
Müller: An Folgekosten haben viele Landwirte zu knabbern
Pressemitteilung von 06.07.2010
München (mh). Die Fraktion der Freien Wähler im Bayerischen Landtag drängt auf vollständige Ausgleichszahlungen des Freistaates Bayern für Schäden, die auf landwirtschaftlichen Flächen und bei kommunalen Einrichtungen durch Biber entstehen. Ulrike Müller, agrarpolitische Fraktionssprecherin der Freien Wähler, sagte, an den Folgekosten von Biberschäden habe so mancher bayerischer Landwirt im wahrsten Sinne des Wortes stark zu knabbern. Grund: Der Freistaat Bayern stelle nur eine unzureichende Pauschalsumme für Ausgleichszahlungen zur Verfügung.
Müller: „Seit 1. August 2008 stehen nur noch 250.000 Euro pro Jahr bereit – und das auch nur auf freiwilliger Basis und unter bestimmten Voraussetzungen. Die Schäden für 2009 belaufen sich aber laut Umweltministerium landesweit auf knapp 495.000 Euro.“ Besonders unbefriedigend sei, dass die Staatsregierung solche Zahlungen auf fünf Jahre befristet habe, obwohl die Population von „Meister Bokert“ weiter steige. Zwischen 12.000 und 14.000 Biber seien in Bayern mittlerweile wieder beheimatet.
Die Freien Wähler fordern daher die Staatsregierung dazu auf, sämtliche Ausgleichszahlungen im Rahmen des artenschutzrechtlichen Bibermanagements zu übernehmen. Und zwar nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch bei kommunalen Einrichtungen, betont Müller: „Bei wiederkehrenden Schäden müssen notfalls bestandsregulierende Maßnahmen ergriffen werden.“ Der Antrag der Freien Wähler wird am Mittwoch im Landwirtschaftsausschuss behandelt.
Dr. Leopold Herz, forstpolitischer Fraktionssprecher der Freien Wähler, sieht in den zunehmenden Biberschäden eine Gefahr gerade für Waldbestände am Rand von Gewässern: „Fallen erst einmal die Bäume, werden die Gewässerränder unterspült und die Grabensysteme kollabieren.“ Herz tritt ebenfalls für einen hundertprozentigen Ausgleich von Biberschäden ein, da Betroffene im vergangenen Jahr nur 54 Prozent Entschädigung erhalten hätten.
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