Freie Wähler fordern besseren Patientenschutz beim Implantieren von künstlichen Hüft- und Kniegelenken
Vetter: Deutschland braucht endlich ein nationales Endoprothesen-Register
Pressemitteilung vom 27.10.2010
München (da). Die Freie Wähler Landtagsfraktion kritisiert, dass bisher nur produktbezogene Fehler beim Einsatz von künstlichen Hüft- und Kniegelenken meldepflichtig sind. Patientenbezogene Fehler hingegen, etwa durch zu frühe Belastung der Prothese, werden im Fehlermelderegister nicht erfasst, ebenso wenig wie Fehler durch den Anwender, etwa durch Auswahl eines nicht indizierten Modells oder eine Veränderung an der Prothese. Dr. Karl Vetter, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion, fordert daher, endlich ein nationales Endoprothesen-Register zu eröffnen, das alle Daten zusammenführt: „Damit wird beim Implantieren von künstlichen Hüft- und Kniegelenken die Fehlerquote gesenkt und die Qualität verbessert. Ein solches Register kann zudem Kosten sparen!"
Die notwendigen Voraussetzungen für ein nationales Prothesenregister seien bereits erfüllt: „Daten von der Erstimplantation werden gemeldet, ebenso Daten von der Revision. Das Problem aber ist bisher, dass all diese Daten nicht zentral gesammelt werden und man viel mit Pseudonymisierungen arbeiten muss.“ Dr. Vetter, selbst Orthopäde und mit der Problematik vertraut, weiter: „Außerdem müssen bereits zu jeder Operation Daten zur Prothese hinterlegt werden. Allein für Hüftimplantate gibt es etwa 500 unterschiedliche Modelle.“
Der Nutzen eines Implantat-Registers ist bereits aus Schweden hinreichend belegt. Mit Einführung des Registers 1979 konnte dort die Zahl der Revisionen bis 2003 halbiert werden. Warum in Deutschland ein nationales Endoprothesen-Register noch nicht verwirklicht ist, bleibt unklar, denn über die Notwendigkeit besteht schon seit langem kein Zweifel, so Vetter. Trotzdem hapert es seit Jahren an der Umsetzung.
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Pressekontakt:
Der Pressesprecher der FREIE WÄHLER LANDTAGSFRAKTION im Bayerischen Landtag
Dirk Oberjasper, Maximilianeum, 81627 München
Tel.: +49 (0) 89 / 41 26 – 29 41, Dirk.Oberjasper@FW-Landtag.de
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