Internationaler Tag der gewaltfreien Erziehung am 30. April

Freie Wähler: Kinder besser schützen

Pressemitteilung vom 30.04.2010

München (rb). Die Landtagsfraktion der Freien Wähler fordert mehr Fürsorge für die Kinder in der Gesellschaft, um sich dabei auch an internationalen Standards wie etwa der UN-Kinderrechtskonvention zu orientieren. Seit zehn Jahren sei das Recht auf gewaltfreie Erziehung im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert, doch das schütze Kinder nicht ausreichend vor Übergriffen von Erwachsenen, vielfach leider auch der eigenen Eltern, betont Claudia Jung, familienpolitische Sprecherin der Freien Wähler.

Obwohl laut Kinderschutzbund für 90 Prozent der Eltern gewaltfreie Erziehung das Ideal sei, sehe die Realität anders aus. Immer noch sollen 14 Prozent von ihnen mit Schlägen erziehen, von der Dunkelziffer ganz zu schweigen. Viele Väter und Mütter fühlen sich bei der Erziehung alleine gelassen, sind überfordert, vernachlässigen ihre Kinder oder wenden physische oder psychische Gewalt an. Dabei gehe es nicht nur um die wirklich harten Fälle, die in der Presse landeten, so Jung weiter. Gewalt werde auch subtiler ausgeübt. Zum Beispiel durch die Auswirkungen einer teilweise überzogenen Leistungsgesellschaft, der die Kinder bereits in den ersten Lebensjahren ausgesetzt seien. Die Auswüchse würden immer größer, weswegen eine zunehmende Zahl von Kindern mit Psychopharmaka behandelt werde, um den Anforderungen gerecht werden zu können. Weniger Leistungsdruck und ‚Kinder wieder Kinder sein lassen‘, müsse die Devise stattdessen lauten.

Grund genug für die Freien Wähler, nach der gesellschaftlichen Verantwortung zu fragen und nach Lösungen zu suchen. Finanzielle Probleme, Verlust des Arbeitsplatzes der Eltern oder familiäre Spannungen bauten Aggressionen auf, die an Kinder weitergereicht würden, erklärt Jung. Der Staat müsse hier rechtspolitisch reagieren und kinder- wie familienfreundliche Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehörten neben einer  flächendeckenden Versorgung mit Beratungs- und Präventionsangeboten der Ausbau von Ganztagsschulen und Kindertagesstätten, ebenso wie ein Umdenken in der Bildungspolitik.

Claudia Jung geht noch einen Schritt weiter: Wenn es gelänge, ein Kinderrecht im Grundgesetz zu verankern, ließen sich auch konkrete Ansprüche gegen den Staat begründen. „Kinder sind nicht nur ein Teil einer schützenswerten Familie. Wenn es notwendig wird, müssen sie auch vor ihren Familien beschützt werden“, sagt Jung und bezieht sich auf Artikel 125 der Bayerischen Verfassung: „Kinder sind das köstlichste Gut eines Volkes. (…) Sie haben Anspruch auf Entwicklung zu selbstbestimmungsfähigen und verantwortungsfähigen Persönlichkeiten.“

 

Pressekontakt:

Der Pressesprecher der FREIE WÄHLER LANDTAGSFRAKTION im Bayerischen Landtag

Dirk Oberjasper, Maximilianeum, 81627 München

Tel.: +49 (0) 89 / 41 26 – 29 41, Dirk.Oberjasper@FW-Landtag.de

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