Freie Wähler zur geplanten Stromversorgung aus der Wüste
Glauber: Nicht auf Desertec allein verlassen – auf die Förderung der Regionen kommt es an!
Pressemitteilung vom 05.09.2010
München (do). Die Freien Wähler erachten das von einem Investorenkonsortium geplante gigantische Wüsten-Solarprojekt "Desertec" nicht als ausreichende Lösung für die Energieversorgung der Zukunft. Bis 2050 sollen mit dem Großprojekt in Nordafrika 15 Prozent der Energieversorgung Europas abgedeckt werden, bei einem geschätzten Kostenansatz von derzeit über 400 Milliarden Euro.
Thorsten Glauber, energiepolitischer Sprecher der Freien Wähler im Bayerischen Landtag: „Mit nur einem Bruchteil dieses Geldes kann man bei uns zuhause dezentral und auf ganz einfache Art und Weise einen sehr viel höheren Anteil an erneuerbaren Energien erreichen. Ein weiterer Nachteil des Wüstenprojektes ist, dass wieder einige wenige Großkonzerne diese Energieerzeugung beherrschen, noch dazu in Nordafrika, einer politisch äußerst instabilen Region. Es ist schon grotesk, dass bei uns die Einspeisevergütung für Freiflächenphotovoltaik gestrichen wird, während tausende Kilometer entfernt von uns Solarstrom unter massivem Einsatz von Steuergeldern erzeugt und zu uns transportiert werden soll.“
Glauber, Abgeordneter der Freien Wähler aus dem fränkischen Forchheim, fürchtet weitere Risiken des Wüstenprojektes: „Zum einen sehen wir anhand vergleichsweise ‚kleiner‘ Projekte wie dem Neubau der ICE-Strecke München-Nürnberg‚ dem Bahnhofsumbau ‚Stuttgart 21‘ oder der Kostenentwicklung bei der Elbphilharmonie in Hamburg, wie schnell die Projektkosten geradezu explodieren können. Was aber, wenn dies auch bei ‚Desertec‘ der Fall ist? – Landen wir dann statt bei 400 Milliarden bei einer bis zwei Billionen Euro? Völlig unverständlich ist mir die gleichzeitig dramatische Kürzung der Städtebauförderung des Bundes, die gerade die strukturschwachen Regionen Bayerns hart trifft. Nur eine regionale Förderung - sowohl der Energieprojekte wie auch der Wirtschaft - ist geeignet, gleichwertige Lebensverhältnisse in Bayern zu schaffen.“ Ferner sei zu befürchten, dass der Staat bei ‚Desertec‘ mit hohen Subventionen ‚nachhelfen‘ werde. Und während momentan mit ganz spitzem Bleistift jeder Cent heraus gerechnet werde, der in die Einspeisevergütung für erneuerbare Energien fließe, obwohl dieses Geld bei kleinen privaten Energieeinspeisern in der Region bleibe, bekämen die selben Rechenkünstler leuchtende Augen, wenn hunderte Milliarden im Ausland investiert werden sollen, so Glauber abschließend.
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Der Pressesprecher der FREIE WÄHLER LANDTAGSFRAKTION im Bayerischen Landtag
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Tel.: +49 (0) 89 / 41 26 – 29 41, Dirk.Oberjasper@FW-Landtag.de
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