Befragung der Rothschild-Berater im HGAA-Untersuchungsausschuss

Pohl: Warnung sträflich missachtet

Pressemitteilung vom 02.07.2010

München (mh). Die Vernehmung von Mitarbeitern der Investmentbank Rothschild im HGAA-Untersuchungsausschuss habe aus Sicht von Bernhard Pohl, Landesbank-Experte der Freien Wähler, erneut das verantwortungslose Handeln des Verwaltungsrats bei der Zustimmung zum Kauf der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) durch die Bayern LB ans Tageslicht gebracht. Die für den Kauf maßgebliche Prüfung durch Rothschild sei bei der Verwaltungsratsentscheidung am 23. April 2007 erst zum Teil abgeschlossen gewesen - und das ohne großen Erkenntnisgewinn. Ein Berater habe diese erste Prüfungsphase mit den Worten, „es lief schlecht beziehungsweise katastrophal“, skizziert. „Wer auf dieser Entscheidungsgrundlage, dem Vorstand eine ‚Carte blanche‘ zum Kauf der Bank ausstellt, spielt Russisches Roulette“, kommentiert Bernhard Pohl die Kaufermächtigung des Verwaltungsrats an den Vorstand. Auch der Zeuge Oliver Bender (Rothschild GmbH) habe die vorbehaltlose Genehmigung durch den Verwaltungsrat als ungewöhnlich bezeichnet.

Pohl kritisiert in diesem Zusammenhang auch den Abschluss einer erfolgsabhängigen Vereinbarung mit der Beraterfirma: „Rothschild sollte der BayernLB unabhängig die Vor- und Nachteile eines Kaufs aufzeigen. Das bedeutet aber auch, dass ein Abraten von der Übernahme genauso viel wert sein muss wie eine Kaufempfehlung. Wird ein Großteil des millionenschweren Honorars aber nur im Erfolgsfall gezahlt, kann die BayernLB als Auftraggeber nicht sicher davon ausgehen, dass der Berater keine eigenen Interessen in die Bewertung einfließen lässt.“

 

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