Kindergartenoffensive der Freien Wähler im Sozialausschuss

Schweiger: Fachkräftepool kann sprachliche und motorische Defizite erfolgreich behandeln

Pressemitteilung vom 27.10.2010

München (do). Die Freien Wähler begrüßen die fraktionsübergreifende Haltung im Bayerischen Landtag, dem Ausbau der Kinderbetreuung eine hohe Bedeutung beizumessen. Allerdings seien noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. „Die aktuelle Diskussion rund um den Fachkräftemangel zeigt die Notwendigkeit, Frauen verstärkt bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Ein ausreichendes Betreuungsangebot für Kleinkinder ist deshalb unabdingbar“, so die familienpolitische Sprecherin, Claudia Jung. Dabei sei es besonders wichtig, die Qualität dieser Betreuung in den Mittelpunkt zu stellen. Eva Gottstein, Mitglied der Kinderkommission, erklärt: „Wir haben bereits mit einigen Projekten wie dem Vorkurs Deutsch und dem ‚Kidz‘- Programm sehr gute Erfahrungen sammeln können. Jetzt ist es wichtig, diese Erkenntnisse in den normalen Kindergartenablauf zu integrieren.“

„Die Qualität steht und fällt natürlich vor allem mit der Anzahl der Betreuungs­per­sonen. Daher muss genügend Personal vorgehalten werden“, so MdL Ulrike Müller, Vorsitzende des Arbeitskreises Soziales. „Deshalb schlagen die Freien Wähler eine Betreuungsperson pro zehn Kinder vor.“ Günter Felbinger, Mitglied im Bildungsaus­schuss und integrationspolitischer Sprecher seiner Fraktion, spricht sich erneut für ein kostenloses Kindergartenjahr bis spätestens zum vierten Lebensjahr aus. „Es ist wichtig, dass der Nachwuchs vor allem von bildungsfernen Familien, möglichst früh eine Förderung erhält. Das erhöht die Chancen für einen erfolgreichen Schuleintritt deutlich. Gerade Kinder von Einwanderern könnten dadurch rechtzeitig Deutsch lernen.“ Zur Vorbereitung auf die Schule solle es im letzten Kindergartenjahr eine besondere Vorbereitung durch Grundschullehrer geben. Die Freien Wähler denken hierbei an zwei Stunden pro Woche.

Tanja Schweiger, kinderpolitische Sprecherin der Freie Wähler Landtagsfraktion, ergänzt, außerdem sollten möglichst viele Spezialisten unterschiedlicher Disziplinen zusammenarbeiten. Das könnten wir über die Bildung eines Fachkräftepools erreichen. Durch den verstärkten Einsatz von Logopäden oder Ergotherapeuten können sprachliche und motorische Entwicklungsdefizite zum Beispiel sehr erfolgreich und zeitnah behandelt werden.“ Schließlich sollten die Vorsorgeunter­suchungen in den Kindergärten den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen an­gepasst werden. „Das derzeitige Konzept stammt aus den 70er Jahren. Eine Änderung des Untersuchungskonzeptes gerade im Hinblick auf soziale Kompetenz, Feinmotorik und Bewegungsabläufe wäre vor diesem Hinter­grund sinnvoll“, verdeut­licht Schweiger.

In diesem Zusammenhang solle auch der Heilpädagogische Fachdienst im Baye­rischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) verankert werden, um eine ausreichende Finanzierung sicherzustellen. Die Freien Wähler haben daher im Rahmen einer „Kindergartenoffensive“ eine ganze Serie von Anträgen in den Bayeri­schen Landtag eingebracht. Für die Freien Wähler als Vertreter der bayerischen Kommunen ist es dabei wichtig, dass diese nicht über die Maßen belastet werden. Kinderbetreuung hat vor allem etwas mit Bildung zu tun, für die der Staat verantwortlich ist. Nach dem Grundsatz ‚Vorbeugen ist besser als heilen‘ sehen die Freien Wähler ihre Kindergartenoffensive als nachhaltige Weichenstellung. „Wir können somit Kosten der späteren Jugendhilfe reduzieren.“

Die Freie Wähler Landtagsfraktion wird ihre Kindergartenoffensive in der zweiten Novemberwoche im Rahmen einer Pressekonferenz aus­führlich präsentieren.

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Pressekontakt:

Der Pressesprecher der FREIE WÄHLER LANDTAGSFRAKTION im Bayerischen Landtag

Dirk Oberjasper, Maximilianeum, 81627 München

Tel.: +49 (0) 89 / 41 26 – 29 41, Dirk.Oberjasper@FW-Landtag.de

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