Pressemitteilung vom 21.09.2010
Klausurberatungen in Nürnberg fortgesetzt
Freie Wähler: Wirtschaftspolitik muss mittelstandsfreundlicher werden
Nürnberg (do). Die Freie Wähler Landtagsfraktion hat ihre Klausurberatungen in Nürnberg am Dienstag mit dem Themenschwerpunkt mittelständische Wirtschaft fortgesetzt. Freie Wähler-Vorsitzender Hubert Aiwanger forderte eine mittelstandsfreundlichere Politik: „Die jetzige Politik in Bund und Land ist zu großkonzernlastig und zu mittelstandsfeindlich! Wir müssen die Rahmenbedingungen so ändern, dass der Mittelstand und das Handwerk nicht zwischen Bürokratie und Großkonzernen zerrieben werden.“ Der wirtschaftspolitische Sprecher der Freien Wähler, Alexander Muthmann, forderte erneut den Ausbau schneller Internetverbindungen auch auf dem Land: „Die Landespolitik hat hier gnadenlos versagt und ist mitschuldig daran, dass viele Firmen abwandern. Wir brauchen auch eine starke Landesentwicklungsplanung, um die Entwicklung der Regionen nicht dem Zufall zu überlassen, so wie es die Staatsregierung offensichtlich vorhat.“
Die bildungspolitische Sprecherin, Eva Gottstein, sagte, wichtig für eine funktionierende Wirtschaft sei auch eine gute Bildungspolitik, beginnend mit frühkindlicher Bildung. „Wir müssen sicherstellen, dass die Quote ausbildungsfähiger Schulabgänger deutlich steigt, weil es sich unser Arbeitsmarkt gar nicht leisten kann, weiterhin auf ein Fünftel seiner jungen Erwachsenen zu verzichten.“ Günther Felbinger, MdL und integrationspolitischer Sprecher der Freien Wähler, forderte von der Staatsregierung dazu die Etablierung eines „Grundwissensstandards“ zum Ende der Schullaufbahn. „So möchten wir sicherstellen, dass das Handwerkszeug für die Ausbildungsfähigkeit vorhanden ist. Hierzu zähle ich vor allem das sichere Beherrschen der deutschen Sprache und der Grundrechenarten.“
Weitere Forderungen der Freien Wähler zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Mittelstand:
- Zahl und Aufwand der Statistiken deutlich reduzieren; sie verursachen hohe Personalkosten bei den Betrieben und haben am Ende wenig Aussagewert
- Schulabgänger besser bilden, Ausbildungsfähigkeit verbessern (Grundwissensstandard einfordern)
- Facharbeitermangel durch Qualifizierung begegnen
- Erwerbsbeteiligung von Frauen erhöhen durch bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie (>bedarfsgerechter Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen)
- Subventionen an die Großindustrie kritisch hinterfragen (Kurzarbeiterregelung, Abwrackprämie usw. verursachen Kosten für den Steuerzahler, die teilweise berechtigt sind, nach Überwinden der Krise aber evtl. wieder zurückgeholt werden sollten)
- Trend zu immer mehr Zeit- und Leiharbeit unterbinden, Rechtssicherheit für Unternehmer bei Entlassungen von Mitarbeitern verbessern, um dem „Ausweichen“ auf Leiharbeit vorzubeugen
- Investitionsrückstellung ermöglichen
- Energiekosten senken. Hohe Energiepreise sind mittlerweile ein Wettbewerbsnachteil für die heimische Wirtschaft. Die Monopolstruktur der Energieversorger wirkt als Preistreiber.
- Breitbandausbau massiv beschleunigen
- Landesentwicklungsplanung beibehalten/stärken. (Gewachsene Einzelhandelsstrukturen sichern, Innenstädte sichern)
- Kritisch sehen wir große Einzelhandelsprojekte auf der grünen Wiese
- Kartellamt muss vom „zahnlosen Tiger“ wieder zur Hüterin des Wettbewerbs werden und die Entstehung marktbeherrschender Strukturen verhindern.
- Viele EU-Fördermittel werden nicht abgerufen, weil die Antragsverfahren zu kompliziert sind (z.B. Vordrucke nicht in deutscher Sprache vorliegen) und Betreuer für die Unternehmer fehlen, die ihnen bei der Antragstellung behilflich sind> “Pfadfinder“ installieren/stärken, welche den Unternehmen „zur Hand gehen“.
- Städtebauförderung nicht wie vom Bund geplant kürzen, da sonst viele Aufträge mit Folgeinvestitionen im Mittelstand wegbrechen.
Freie Wähler – Politik mit gesundem Menschenverstand
Pressekontakt:
Der Pressesprecher der FREIE WÄHLER LANDTAGSFRAKTION im Bayerischen Landtag
Dirk Oberjasper, Maximilianeum, 81627 München
Tel.: +49 (0) 89 / 41 26 – 29 41, Dirk.Oberjasper@FW-Landtag.de
Diese Pressemitteilung zum Speichern und Drucken:
| PM_Wirtschaftspolitik_muss_mittelstandsfreundlicher_werden_FREIE_WÄHLER_21.09.2010.pdf | 236 KB |





