Freie Wähler zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtekonvention

Felbinger: Inklusion gut vorbereiten

Pressemitteilung vom 03.08.2010 

München (mh). Die Freien Wähler fordern, dass die Staatsregierung die Umsetzung der UN-Behinderten­rechtekonvention zur Inklusion in Bayern zielgerichtet angeht. Günther Felbinger, MdL und Mitglied des Bildungsausschusses des Bayerischen Landtags, betont, dass für eine erfolgreiche Inklusion, also die gemeinsame Unterrichtung behinderter und nichtbehinderter Schüler in der Regelschule, zuvorderst die Rahmenbedingungen geschaffen werden müssten. Hierzu seien vor allem zusätzliche finanzielle und personelle Ressourcen in erheblichem Umfang nötig. Felbinger warnt davor, die Umsetzung der UN-Konvention unter finanziellen Vorbehalt zu stellen: „Wenn man sich schon zur Inklusion bekennt, müssen auch die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass der Unterricht funktioniert. Man darf nicht am Ende die Schüler und Lehrkräfte an den Regelschulen mit den Problemen alleine lassen.“ Eine „Inklusion light“, bei der Schüler nur von der einen in die andere Schule verschoben würden, lehnten die Freien Wähler ab.

„Die Förderqualität muss auch bei der inklusiven Beschulung im Vordergrund stehen. Um diese zu gewährleisten, muss die Staatsregierung entsprechende finanzielle Mittel für zusätzliches Personal in die Hand nehmen, aber auch die Schulaufwandsträger für notwendige Umbaumaßnahmen nicht im Regen stehen lassen“, so Felbinger weiter. Grundsätzlich müsse die Inklusion unter diesen Voraussetzungen für alle Schüler offen sein, jedoch dürfe auch zukünftig nicht auf die Fachkompetenz des in Bayern differenzierten Förderschulwesens verzichtet werden. Die Inklusion werde schwerpunktmäßig Schüler mit Defiziten im Bereich Lernen, Sprache und Verhalten umfassen.  Felbinger: „Nur der gemeinsame Dialog aller am Inklusionsprozess Beteiligter wird zum Erfolg führen und hat Sinn.“ Deswegen erfordere dieser Prozess Zeit und dürfe nicht übers Knie gebrochen werden. Dennoch drängten die Freien Wähler darauf, dass jetzt ein Anfang gemacht werde, denn viele Eltern und die Sozialverbände erwarteten endlich ein deutliches Zeichen mit einem Ziel vor Augen. Dazu gehöre, so Felbinger abschließend, „auch, dass die Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten mit Fortbildungen und einer sich anpassenden Lehrerausbildung mit auf den Weg genommen und für die Inklusion fit gemacht werden.“

 

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Dirk Oberjasper, Maximilianeum, 81627 München

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