Verunsicherung bei Lehramtsanwärtern wegen Seehofer-Äußerung zum Beamtentum

Freie Wähler fordern Klarstellung von Staatsregierung

Pressemitteilung vom 16.11.2010

München (da). Die Äußerung des Bayerischen Ministerpräsidenten, Lehrer künftig möglicherweise nicht mehr zu verbeamten, sondern nur als Angestellte einzustellen, hat zu großer Verunsicherung bei Lehramtsstudenten und Lehramtsanwärtern geführt. Junglehrervertreter warnen bereits vor einer Abwanderung von gutem Personal aus Bayern. „Einige trösten sich zwar mit der Aussage, dass man sowieso nicht ganz ernst nehmen dürfe, was Seehofer sagt“, so Freie Wähler - Vorsitzender Hubert Aiwanger, „viele sind aber doch verunsichert und fürchten dasselbe Schicksal wie Kollegen, die vom Staat trotz großen Personalmangels nicht übernommen werden und dann je nach Bedarf kurzzeitig eingestellt und über die Ferien wieder entlassen werden.“ Außerdem hätten Angestellte ein Streikrecht, Beamte nicht. „Streikende Lehrer sind nicht unbedingt das, was man aus Sicht der Eltern braucht. Wir fordern die Staatsregierung auf, ihre beamten- und bildungspolitische Geisterfahrt sofort zu beenden und für Planungssicherheit zu sorgen, bevor der Bildungsstandort Bayern weiter beschädigt wird“, so Aiwanger.

Die Freien Wähler wollen von der Staatsregierung wissen, wohin die Reise im Hinblick auf die Einstellung und Verbeamtung von Lehrern gehen soll. Dabei sei zu bedenken, dass angestellte Lehrer sogar teurer kämen als verbeamtete, da der Staat die Beiträge für deren spätere Altersversorgung im Gegensatz zu den Beamten sofort aufbringen muss, gibt Peter Meyer, MdL, Sprecher für Fragen des öffentlichen Dienstes zu bedenken.

Die bildungspolitische Sprecherin der Freien Wähler, Eva Gottstein, erinnert die Staatsregierung erneut an die dringend benötigten jährlich tausend Lehrer zusätzlich bis 2013, um individuellere Betreuung der Schüler und die Absenkung der Schülerzahl in übergroßen Klassen verwirklichen zu können: „Mit leeren Versprechen allein kann man keine Kinder ausbilden.“

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