Freie Wähler zu: Beschwerden aus der Bevölkerung wegen unterlassener Wildfütterung in Staatsjagdrevieren

Aiwanger: „Staatsforsten werden ihrer jagdlichen Vorbildrolle nicht gerecht“

Pressemitteilung vom 29.12.2010

München. Der Vorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, wirft den für die Jagd Verantwortlichen in den Staatsforsten vor, „ihrer jagdlichen Vorbildrolle nicht gerecht zu werden und den Tierschutz zu missachten“, weil sie in vielen Revieren trotz offensichtlicher Notzeit das Wild nicht füttern. In den letzten Tagen sind aus vielen Teilen Bayerns, vor allem auch aus der nördlichen Oberpfalz, Beschwerden aus der Bevölkerung eingegangen, aus denen hervorgeht, dass in Staatsjagdrevieren das Wild nicht gefüttert wird, obwohl kniehoher teils verharschter Schnee dem Wild die Aufnahme von natürlicher Äsung fast unmöglich macht. Dazu sagte Hubert Aiwanger:

„Es ist traurig, dass sich die Verantwortlichen im Zweifelsfall hinter der Behauptung verschanzen, es sei noch keine Notzeit fürs Wild. Der gesunde Menschenverstand sagt doch ganz klar, dass bei dieser extremen Schneelage das Wild kaum mehr an Äsung rankommt, Not leidet und infolgedessen vermehrt Verbissschäden verursacht. Dann wird die Teufelsspirale weitergetrieben und es werden wieder höhere Abschusszahlen gefordert. Vielfach sind die Staatsjagdreviere wohl auch gar nicht in der Lage, das Wild mit Futter zu versorgen, da sie entweder die Futtervorratshaltung und das Personal hierfür gar nicht haben oder die Ausgaben scheuen. Auch aus Sicht des Tierschutzes ist diese Situation untragbar. Der Staat verstößt gegen seine eigenen Gesetze, weil er die im Art. 43, Abs. 3 Bayerisches Jagdgesetz  vorgeschriebene Fütterung in Notzeiten nicht durchführt.“

Staatsminister Brunner sei gefordert, hier eine politische Entscheidung zu treffen, da der Staatsforstverwaltung offensichtlich das Problembewusstsein fehle, so Aiwanger weiter. Erschwerend zur extremen Schneelage in diesem Winter kommt fürs Wild hinzu, dass es im vergangenen Herbst keine Eichelmast gegeben hat, die dem Wild als energiereiches Futter ansonsten zur Fetteinlagerung und als winterlicher Nahrungsvorrat dient.

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