Freie Wähler setzen Klausurberatungen in Nürnberg mit Schwerpunkt Einkommensverteilung und soziale Gerechtigkeit fort

Piazolo: Mittelschicht vor drohendem sozialen Abstieg bewahren – Bildungsausgaben deutlich erhöhen

Pressemitteilung vom 22.09.2010

Nürnberg (do). Die Klausurtagung der Freie Wähler Landtagsfraktion ist mit einem Vortrag des Soziologen Prof. Dr. Stefan Hradil von der Universität Mainz fortgesetzt worden. Er legte in seinen Ausführungen dar, dass der Wohlstand in Deutschland seit mehr als zehn Jahren stagniere und eine zunehmende Einkommensungleichheit zu konstatieren sei. Zu den Hauptgrün­den zählte Hradil den immensen gesellschaftlichen Wandel der vergangenen Jahrzehnte. Immer mehr Alleinlebende, weniger Kinder, deutliche Schwächen bei der Kinderbetreuung in fast allen Industriestaaten sowie ein wachsender Sektor niedrig qualifizierter Menschen trügen zu einer Erosion der Vermögensbildung eines wachsenden Teils der Bevölkerung bei. Besonders die Aufstiegsmöglichkeiten der Mittelschicht seien immer stärker beschnitten.

Prof. Dr. Michael Piazolo, MdL und stellvertretender Fraktionsvorsitzender betonte, der Wunsch nach Aufstieg und Veränderung sei für die Menschen eine zentrale Triebfeder. „Diese Triebfeder gab es nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland, weil wegen der immensen Zerstörungen alles völlig neu aufgebaut werden musste. Heutzutage habe ich eher den Eindruck, dass es vielen jungen Menschen aus der Mittelschicht schon schwer fällt, überhaupt das wirtschaftliche Niveau der Eltern zu halten.“ Deshalb, so Piazolo weiter, seien besondere Anstrengungen im Bildungsbereich notwendig, was seinen Niederschlag auch im kommenden Haushalt finden müsse. Nur ein guter Bildungsabschluss garantiere in Zukunft noch einen qualifizierten Arbeitsplatz.

Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter Bauer, sozialpolitischer Sprecher der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, fasste die Gesprächsergebnisse dahingehend zusammen, dass neue, qualifizierte Kräfte für die deutsche Wirtschaft nur über ein besseres Bildungssystem und eine gut gemanagte Integration sowie Zuwanderung gewonnen werden könnten. Außerdem gelte es, trotz angespannter Haushaltslage, die am Bruttosozial­produkt gemessen zu geringen Aufwendungen für das Bildungs­system zu erhöhen sowie die Effizienz zu steigern. Gerade Jugendliche mit schwierigem sozialen Umfeld benötigten mehr Aufmerksamkeit und Förderung. „Gute Bildungspolitik ist die beste Sozialpolitik.“

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Pressekontakt:

Der Pressesprecher der FREIE WÄHLER LANDTAGSFRAKTION im Bayerischen Landtag

Dirk Oberjasper, Maximilianeum, 81627 München

Tel.: +49 (0) 89 / 41 26 – 29 41, Dirk.Oberjasper@FW-Landtag.de

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