Hochschule

Zeit und Muße für die Bildung – ein Bekenntnis zur Hochschulautonomie

Die FREIEN WÄHLER wollen eine Brücke schlagen zwischen einem arbeitsmarktbezogenen und einem humanistisch-demokratischen Bildungsideal: An den Hochschulen setzen sich die Studierenden intensiv mit ihren Fächern auseinander und erwerben dabei neben spezialisiertem Wissen Durchhaltevermögen und Teamfähigkeit. Sie lernen, Probleme selbstständig und systematisch zu lösen und schulen dadurch ihre Urteilskraft. Kompetenzen, die unserer Gesellschaft ebenso zugute kommen wie der Wirtschaft.

Nein zu Effizienzdenken und   der Ökonomisierung im Bildungssystem

Für ein bereicherndes gesellschaftliches und politisches Zusammenleben braucht Bayern eigenständig denkende, kritische Bürger. Und um den Wohlstand zu sichern, benötigt der Freistaat möglichst viele hochqualifizierte und kreative Arbeitnehmer. Die Akademikerdichte ist ein entscheidendes Kriterium für die Ansiedlung und den Fortbestand von Unternehmen. In der Vergangenheit wurde das arbeitsmarktbezogene Bildungsideal jedoch mehr und mehr in den Vordergrund gerückt. Doch kurzfristiges Effizienzdenken darf nicht weiter Raum gewinnen und Bildung in Bayern nicht zur Ware verkommen. Studienbeiträge aber unterstützen dies und ebnen der Ökonomisierung des Bildungssystems den Weg.

 

Ja zu eigenständiger Urteilskraft und zweckfreiem Denken

Dass ein Studium möglichst schnell und kostengünstig auf einen konkreten Beruf vorbereiten soll, widerspricht dem humanistisch-demokratischen Ideal von Bildung, dem sich die FREIEN WÄHLER verpflichtet fühlen. Demnach sollen Universitäten auch der Bildung von Persönlichkeit und eigenständiger Urteilskraft Platz einräumen und Muße für zweckfreies Denken erlauben. Schließlich haben zahlreiche innovative und kreative Gedanken zunächst (noch) keinen unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen.

 

Nicht die Studenten finanzieren die Hochschulen, sondern der Staat

Um allen Studierwilligen und -berechtigten den Zugang zur Hochschule zu ermöglichen, wollen die FREIEN WÄHLER die Gebühren für das Erststudium abschaffen. Hochschulfinanzierung ist Sache des Staates und darf nicht auf die Studierenden umgelegt werden. In diesem Sinne setzen sich die FREIEN WÄHLER für die weitgehende Selbstbestimmung und die Stärkung der demokratischen Mitbestimmung der Studierenden sowie für eine transparente Hochschulpolitik ein.

 

Bachelor: höhere Qualität der Lehre bei kürzerer Dauer

Die Studierenden brauchen mehr zeitlichen und inhaltlichen Gestaltungsspielraum. Daher fordern die FREIEN WÄHLER die Entschlackung der überladenen Bachelor-Studiengänge. Neben dem Studium müssen noch Freiräume für individuelle Beschäftigungen (Kinderbetreuung, Nebenjob, Auslandsaufenthalt, politisches/ ehrenamtliches Engagement) erhalten bleiben. So muss die kürzere Dauer des Bachelor-Studiengangs durch eine höhere Qualität der Lehre kompensiert werden. Sonst wird der Bachelor zum Schmalspurstudium degradiert.

 

Hochschulautonomie und Subsidiarität – gleichermaßen in der Stadt und auf dem Land Die FREIEN WÄHLER setzen sich dafür ein, Hochschulen in Ballungszentren und in ländlichen Gebieten gleichermaßen zu fördern. Zudem bekennen sie sich zur Hochschulautonomie und damit zu Subsidiarität und Wettbewerb.