Antrag der Abgeordneten Hubert Aiwanger, Tanja Schweiger, Günther Felbinger, Ulrike Müller und Fraktion (FW)
Konzept zur Verpflegung in Kindertagesstätten und Schulen
Der Landtag wolle beschließen:
Die Staatsregierung wird aufgefordert, ein durchdachtes, ressortübergreifendes Konzept zur Verpflegung in Kindertagesstätten und Schulen umzusetzen. Dieses muss folgende Gesichtspunkte berücksichtigen:
1. Einführung des Schulobstprogramms in Bayern;
2. Einführung/Fortführung des Schulmilchprogramms;
3. Kooperation mit regionalen Anbietern/Vermarktern;
4. Kooperation mit bereits eingeführten und bewährten Projekten und Initiativen wie Tigerkids, Landfrauen machen Schule und lokalen Projekten wie Allgäuer Kinder, Kindertafel Schweinfurt usw., um auf bereits bewährte Ideen und Konzepte zurückgreifen zu können und Erfahrungen nutzbar zu machen;
5. Kooperation mit den Vernetzungsstellen Schulverpflegung, die als Ansprechpartner und Multiplikatoren fungieren können, sowie die Einbindung von Hauswirtschaftslehrerinnen, Hauswirtschaftsmeisterinnen, Ernährungsberaterinnen und Ernährungsfachfrauen;
6. Kontinuität des Programms über mehrere Jahre, beginnend im Kindergarten über Grundschule bis hin zu weiterführenden Schulen, um Planungssicherheit und Nachhaltigkeit zu gewährleisten;
7. feste Ansprechpartner an den Schulen (mit Anrechnungsstunde) zur Sensibilisierung von Eltern und Schülern und um die Entwicklung und Fortführung des Programms sicherzustellen;
8. regelmäßige Fortbildungen für Lehrer und u.U. Hausmeister nach dem Vorbild der Tagungen der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft und der Tagung „Gesunde Schulverpflegung in Bayern“;
9. Verankerung eines gesunden Ernährungskonzepts im Schulalltag.
Begründung:
Spätestens mit dem Ausbau der Ganztagsbetreuung an bayerischen Schulen, aber auch aufgrund der alarmierenden Zahlen von übergewichtigen Kindern und Jugendlichen, stellt sich die Frage nach ausgewogener und gesunder Ernährung immer dringender. Die EU hat diese Notwendigkeit erkannt und mit einem aus EU Mitteln geförderten Schulobstprogramm darauf reagiert. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings derzeit noch nicht mehr als eine bloße Willensbekundung. Eine Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung an mehr als 25.000 Teilnehmern beweist, dass eine gesunde Lebensweise das Risiko für chronische Krankheiten noch deutlicher senkt als bisher vermutet. Ebenso ist bekannt, dass die Weichen für Essverhalten im Kinder- und Jugendalter gestellt werden. Rasches Handeln ist deshalb dringend geboten, um langfristig höhere Folgekosten durch notwendige medizinische Behandlungen zu vermeiden und eine gesunde Ernährung der Kinder sicher zu stellen.
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